Bis Sonntag, den 10. März 2019, zeigt das Mondrian-Haus mit "Reflection" mehrere Werke von Herman Coppus. Seine Papierreliefs und Skulpturen aus Glas und Bronze sind in zwei Räumen des Museums zu sehen.
Ein Großteil der Arbeiten von Herman Coppus (Horst, 1955) besteht aus geometrischen Formen, die sich in einem Quadrat oder Rechteck zu einem Muster wiederholen. Die starren Formen mögen dem eiligen Betrachter eindeutig erscheinen, doch wer sich länger mit seinen Papierreliefs beschäftigt, sieht ein raffiniertes und sich ständig veränderndes Spiel von Form und Licht. Obwohl sich Coppus bei der Verwendung von Farben auf Primärfarben und Schwarz-Weiß beschränkt, offenbaren seine Werke eine überraschend reiche Palette sich ständig verändernder Farbtöne durch Reflexion und Schattierung aus verschiedenen Blickwinkeln. In seinem Werk lässt sich Coppus hauptsächlich vom Konstruktivismus des letzten Jahrhunderts inspirieren. Dabei ist es ihm gelungen, eine ganz eigene Bildsprache zu entwickeln, die sich durch eine ausgeprägte Aufmerksamkeit für Farbe, Rhythmus und Lichteffekte auszeichnet.
Spätblüher
Als Künstler könnte man Coppus als einen Spätzünder bezeichnen. Er macht seit über 20 Jahren autonome Arbeiten, aber erst seit vier oder fünf Jahren stellt er sie aktiv der Öffentlichkeit vor. Nach mehreren Ausstellungen in Galerien und auf Kunstveranstaltungen ist die Ausstellung im Mondriaanhuis seine erste Museumspräsentation in den Niederlanden.
Coppus absolvierte eine Ausbildung an der Maastrichter Stadtakademie, der heutigen Maastrichter Akademie der Schönen Künste. Es folgte eine Karriere als Lehrer für bildende Kunst und Kunstgeschichte. Seit Ende der 1990er Jahre verbindet Coppus seine Lehrtätigkeit mit seiner Tätigkeit als Künstler.

Engelsgeduld
Coppus lebt und arbeitet in Ravenstein, der malerischen Festungsstadt an der Maas in Nordbrabant. In dem stimmungsvollen historischen Gebäude, in dem Herr und Frau Coppus wohnen, steht der Arbeitstisch des Künstlers mitten im Wohnzimmer. An diesem Tisch, umgeben von seinen eigenen Kunstwerken, arbeitet er täglich an seinen Reliefs. Mit engelsgleicher Geduld und einer an Perfektionismus grenzenden Präzision schneidet Coppus dort die Würfel oder andere Formen aus, die er für das Muster benötigt, an dem er gerade arbeitet.
Glas
Herman Coppus arbeitet nicht nur mit Papier, sondern auch mit anderen Materialien wie Bronze und Glas. Seine Glasskulpturen bestehen meist aus Streifen aus recyceltem Glas, die er zu monumentalen, transparenten Formen im Raum stapelt. Die Glasstreifen liegen lose übereinander, nur die obersten Streifen sind mit Klebstoff fixiert. Coppus betitelt seine Reliefs und Skulpturen nicht. Das mag damit zu tun haben, dass der Künstler nicht gerne über sein Werk theoretisiert. Das wird schnell zu prätentiös, meint er. Coppus ist sicherlich nicht prätentiös, aber er ist ein sehr engagierter Künstler. Seine Arbeitsmoral ist groß und seine Produktion hoch; fast jede Woche produziert er ein neues Werk. Während er ein Relief anfertigt, entstehen oft neue Ideen für das nächste Werk. Es gibt kaum Restmaterial: Aus Fragmenten eines bereits angefertigten Reliefs wird regelmäßig ein neues Werk geschaffen.
Nachdenken - Herman Coppus ist vom 3. November 2018 bis zum 10. März 2019 zu sehen
Treffen und Begrüßung mit Herman Coppus
Wer mehr über die Arbeitsweise und die Idee dahinter erfahren möchte, kann den Künstler selbst fragen. Entnommen aus Sonntag, 27. Januar und Donnerstag, 28. Februar Herman Coppus wird von 13.30 bis 15.30 Uhr im Mondrian House zu einem Meet & Greet erwartet.
Reflexion" in den Medien
Fernsehveranstalter Walraven (TV-Sendung "Herman Coppus stellt im Mondrian-Haus Amersfoort aus", 18.1.2019)
Künstler-Magazin (Nr. 77, 28-12-2018)
