Die Arbeit lässt mich intervenieren" - Im Gespräch mit Suus Kooijman

Nachrichten
Die Arbeit lässt mich intervenieren" - Im Gespräch mit Suus Kooijman

Ausstellung "Ode an die Landschaft" im Mondrian-Haus. Zu sehen sind einige der frühen Werke Mondrians sowie Werke zeitgenössischer Künstler. Zu sehen sind auch die Werke von Suus Kooijman.

In diesem Interview mit Riske van der Zee spricht Suus über ihre Arbeit, ihre Beweggründe und ihre Ausstellung Ode an die Landschaft

Als Suus gerade mit dem Malen begann, suchte sie nach einer "rauen Haut" auf der Leinwand. In meinem Atelier sah ich eine Kerze herumliegen, und ich begann damit zu experimentieren. Das geschmolzene Kerzenwachs ergab einen schönen Effekt, erwies sich aber leider nicht als zukunftssicher. Ich beschäftigte mich weiter mit der antiken Technik der Griechen und Römer. Enkaustikwas soviel wie Einbrennen bedeutet. Sie mischten geschmolzene Bienenwachspigmente und Harze. Damit wurde die Oberfläche bemalt. Mit einem erhitzten Messer wurde die Szene nachbearbeitet, um das Bild tiefer in den Untergrund zu bringen."

Alte Technik in modernem Gewand

Ich habe dieser Technik eine moderne Wendung gegeben. Ich baue die Schichten aus Bienenwachs und Pigmenten auf und verwende dann eine Gasflamme, ein erhitztes Spachtelmesser, ein heißes Bügeleisen, um die gewünschten Effekte zu erzielen. So entstehen Bilder, in die ich eingreife, wenn ich es für nötig halte. Ich arbeite sozusagen mit dem Material, füge Elemente hinzu und lösche möglicherweise Dinge, bis ich das Bild stark genug finde."

Suus begann im Jahr 2000 mit der Malerei, wobei sie sich häufig von verfallenen Materialien wie alten Industriegebäuden, zerfetzten Wänden oder architektonischen Elementen inspirieren lässt. Selbst der Boden ihres Ateliers dient ihr als Inspiration. Die Werke, die sie schafft, sind von der Umgebung und dem Wetter abhängig. Ich liebe auch die Stille und suche eher nach Emotionen als nach Worten.

Wenn sie Serien (wie Isselt & Eem) macht, recherchiert sie vorher viel, und während sie arbeitet, verfeinert sie regelmäßig. Obwohl sie selbst nicht viel Geduld hat, muss sie geduldig sein, weil das Material sie dazu zwingt. Man muss auch impulsiv sein können, Mut zeigen und darauf vertrauen, dass die Dinge schon klappen werden.

Sommerland - Suus Kooijman, Bienenwachs und Pigmente auf Platte, 2020, 16 x 20 x4 cm

Einzigartige Emotionen in der Arbeit

Suus arbeitet am besten, wenn sie animiert wird und in einem Fluss arbeiten kann. Aber auch Planung und Organisation sind notwendig. Sie arbeitet mit mehreren Galerien im In- und Ausland zusammen. Von dort erhält sie regelmäßig Anfragen für neue und größere Arbeiten. Kürzlich kam eine solche Anfrage aus Belgien, und dann muss natürlich die Agenda angepasst werden. Aber ob Agenda oder nicht, es ist Suus' inneres Bedürfnis, etwas zu schaffen, das sie immer wieder ins Atelier treibt. Bei den Eröffnungen ihrer Ausstellungen stellt sie fest, dass die Menschen oft von einem bestimmten Werk ergriffen sind. Es scheint, als ob diese Person mit der einzigartigen Emotion in diesem Werk in Kontakt kommt.

Suus bewundert Mondrians abstraktes Werk ebenso wie seine früheren Arbeiten. Sie selbst hat schon immer Abstraktion und naturalistische Formen in allen möglichen Mischungen verwendet. In manchen Perioden dominiert die Abstraktion stark, derzeit verwendet sie in ihrem Werk häufiger naturalistische oder fotografisch anmutende Elemente. Sie bezeichnet Mondrians Werk als "wirklich autonom" und schätzt dies auch für sich selbst.

Auf jeden Fall ist der Autor dieses Interviews sehr beeindruckt. Man sieht immer wieder neue Blickwinkel, man sieht und fühlt die Emotionen. Die Fotos werden diesem schönen Werk nicht gerecht, man muss es in natura sehen.

Lesen Sie mehr über die Ausstellung Ode an die Landschaft.

Land am Morgen - Suus Kooijman, 2020, Bienenwachs und Pigmente auf Platte